Periophthalmus spec. oder der Echte Schlammspringer
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Reich Animalia
Abteilung/Stamm Chordata
Klasse Actinopterygii (Strahlenflosser)
Ordnung Perciformes (Barschartige)
Familie Gobiidae (Grundeln)
Systematik Systematik siehe auch hier
Vorkommen Mangrovenwälder aller tropischen Gewässer außer dem Amerikanischen Kontient
Besonderheiten Lebendes Fossil/Brückentier
Schutzstatus siehe hier Quelle 1: s.u.

 

Allgemeines

Schlammspringer sind Rudeltiere und besiedeln das Brackwasser von Mangrovensümpfen, die den Gezeiten ausgesetzt. Sie zählen zu den wenigen Fischarten mit amphibischer Lebensweise - sie sind in der Lage, sich sowohl im, als auch außerhalb des Wassers zu bewegen. Im Zuge ihrer Entwicklung haben Sie einige einzigartige Eigenheiten entwickelt.

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Anatomische Besonderheiten

Periophthalmidae besitzen stark kapillarisierte Kiemen, die durch einen schmalen verschließbaren Spalt mit der Außenwelt verbunden sind – so wird ein schnelles Austrocknen verhindert. Wenn sie sich an Land bewegen, befindet sich in der Kiemenhöhle ein Meerwasservorrat, der durch Luftschnappen mit Sauerstoff angereichert wird. Dies ermöglicht das Atmen auch an Land, zumindest für eine begrenzte Zeit.

Periophthalmodon schlosseri
Quelle 2: s.u.
Doch auch Luftsauerstoff kann in gewissem Maße absorbiert werden. Dies geschieht durch Hautatmung und die kapillarreichen Gewebe des Rachenraumes.
Unter Wasser ermöglicht das Schlucken von Luft von der Wasseroberfläche diesen Tieren, ihren Auftrieb zu erhöhen. Somit verstärkt die luftgefüllte Kiemenhöhle die Funktion der Schwimmblase.
Die Brustflossen der echten Schlammspringern sitzen auf kräftigen Stielen, die Armen ähneln und es den Tieren ermöglichen, auf feuchtem Land voranzurobben. Bei Flut können sie mit diesen kräftigen Brustflossen sogar auf Bäume klettern.
Auch die Schwanzflosse ist kräftig ausgebildet und mit derben Strahlen ausgestattet, die über den Flossenrand hinausragen. Sie dienen als Widerlager zur Fortbewegung an Land, ermöglichen ihnen, in großen Sprüngen (bis zu 60 cm pro Sprung) vor Freßfeinden zu fliehen und verliehen dem Schlammspringer seinen Namen.
Die Augen von Periophthalmus sind groß und froschähnlich. Einzeln beweglich ermöglichen die den Tieren einen 360°-Blick. Darauf bezieht sich auch der wissenschaftliche Name dieser Gattung, bedeutet doch „Periophthalmus“ soviel wie „Rundumauge“. Die erhabenen Augen erlauben, ähnlich einem Periskop, eine Orientierung, während der restliche Körper sicher unter Wasser bleibt.
Hauttaschen unterhalb der Augen, die als Flüssigkeitsreservoir dienen, verhindern das Austrocknen der empfindlichen Augen bei längeren Landaufenthalten.

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Ernährung

Schlammspringer ernähren sich von Insekten, kleinen Krabben, Fischlarven, Algenrasen und im Schlick enthaltene Nahrungspartikel.

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Brutpflege

Die Schlammspringer bauen sich Wohnröhren und -höhlen, welche sie mit ihrem Maul graben. Diese besitzen i.d.R. den Durchmesser der adulten Tiere, der Eingangstrichter kann jedoch einen Durchmesser von bis zu 1 m haben. Um den Eingang herum wird ein niedriger Sandwall aufgeschichtet. So wird ein Trockenfallen des Eingangs verhindert. Ein solcher Bau kann bis zu vier Ausgänge haben.
Die Eiablage erfolgt in bis zu 120 cm tief liegenden Wohnhöhlen. Da das Wasser in dieser Tiefe praktisch Sauerstoff-frei ist, schlucken die adulten Tiere Luft, welche sie dann am Boden der Höhle wieder abgeben. So schaffen sie sich eine Sauerstoffglocke mit Reserveluft.
Die Jungtiere bleiben zunächst in den Wohnhöhlen, später dann innerhalb des Eingangswalls, bis sie groß genug sind, um Freßfeinden zu entkommen.

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Bedrohungsstatus

Wie alle Bewohner der Mangrovenwälder leiden Schlammspringer unter der zunehmenden Zerstörung ihres Habitats und Verschmutzung der Umwelt. Leider gelten sie in China, Korea und Japan als Nahrungsmittel und werden zu Suppe verarbeitet. Um die Tiere zu fangen, werden Bambusrohre im Sand vergraben, welche Wohnhöhlen vortäuschen sollen.

Bild rechts: Fünf Riesen-Schlammspringer auf einem Stein
Quelle 3: s.u.

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Quellen
http://www.aquaristik.de/artikel/suss48.htm (29.07.07)
http://de.wikipedia.org/wiki/Schlammspringer (29.07.07)
http://www.naturia.per.sg/buloh/verts/mudskipper.htm (29.07.07)
http://www.reckel.de/derk/inh/schlamm.htm (29.07.07)
http://student.vub.ac.be/~dagillik/mangrove/fish.htm (29.07.07)
http://www.zoologie.de/grzimek/schlammspringer-filme.html (29.07.07)
Fotos
1 (Titel): Fritz Geller-Grimm @ Wikipedia.de
2: Bernhard Luth @ Wikipedia.de
3: Joachim Himmeröder @ Wikipedia.de

 

Christiane von den Berg, Juli 2007


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