Poicephalus senegalus oder Mohrenkopfpapagei
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Reich Animalia
Stamm Chordata
Klasse Aves
Ordnung Psittaci
Familie Psittacidae
Maße ca. 24 cm
Vorkommen drei Unterarten, die von Senegal bis Kamerun verbreitet sind
Schutzstatus Washingtoner Artenschutzabkommen Anhang II (Herkunftsnachweis)
Poicephalus senegalus

 

Allgemeines

Der Mohrenkopfpapagei (Poicephalus senegalus) gehört zur Gattung der Langflügelpapageien (Poicephalus), die insgesamt neun Arten umfasst, welche sich in Färbung und Größe teilweise stark unterscheiden.
Neben dem Graupapagei (Psittacus erithacus) ist der Mohrenkopfpapagei einer der am häufigsten gehaltenen afrikanischen Papageien, was zum einen an seiner (für Papageien) geringen Größe und zum anderen an seinem aufgeweckten und zutraulichen Wesen (ähnlich den südamerikanischen Amazonen) liegt. Sofern man die Vögel jung bekommt werden sie recht schnell zutraulich und können häufig das Nachpfeifen von Melodien (manchmal auch sprechen, jedoch nicht in dem Maße wie zum Beispiel ein Graupapagei) und Kunststücke erlernen. Mohrenkopfpapageien-Wildfänge hingegen bleiben meist ihr Leben lang scheu und reagieren mitunter recht hektisch mit Knurren und laut kreischenden Schreien auf die Gegenwart von Menschen (nicht nur aus diesem Grund sind Nachzuchten Wildfängen vorzuziehen).

 
In der freien Natur ist der Mohrenkopfpapagei relativ scheu und aufgrund seiner Farbe nur schwer in Bäumen auszumachen. Meist ist er nur beim Fliegen zu sehen. Der Flug ist dabei nicht besonders schnell und wird von Rufen begleitet. Seine Laute bestehen aus kurzen Schreien und hohen Pfeiftönen wobei der Alarmschrei eher rau und hart klingt. Gegenüber anderen Vogelarten sind Mohrenkopfpapageien meist verträglich, wenn es allerdings um die Verteidigung ihres Reviers geht, können sie sehr aggressiv werden.
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Habitus

Die Nominat-Form (Poicephalus senegalus senegalus) ist ausgewachsen etwa 24 cm groß und besitzt einen grau-schwärzlichen Kopf, welchem er seinen Namen verdankt, einen schwärzlichen Schnabel sowie eine gelbe Iris (bei Jungtieren ist die Iris zunächst schwarz bis gräulich und färbt sich nach etwa einem Jahr langsam gelb. Außerdem ist der Schnabel zunächst bräunlich-grau).

Brust, Rücken und der größte Teil der Flügel sind grün (bis auf die schwarzen Schwungfedern) während der Bauch sowie die Unterschwanzdecke gelb-orange bis orange-rötlich (je nach Unterart) sind. Die Schwanzfedern sind wie auch die Schwungfedern schwarz. Die Beine und Zehen sind grau und die Krallen schwarz.
Männchen und Weibchen sind bei den Mohrenkopfpapageien nur schwer zu unterscheiden, da sie gleich gefärbt sind. Ein „sichtbarer“ Unterschied ist der etwas zierlichere Kopf beim Weibchen. Bei Jungtieren fehlt die gelbe bis orange-rötliche Färbung von Brust und Unterschwanzdecke, stattdessen dominiert ein mattes Grün. Die Lebensdauer beträgt ca. 30 Jahre (allerdings ist hier nichts Genaueres bekannt). Das Gewicht eines ausgewachsenen Mohrenkopfpapageis liegt zwischen 120 und 150 Gramm.

Die beiden Unterarten Poicephalus senegalus versteri und Poicephalussenegalus mesotypus unterscheiden sich von der Nominat-Form (Poicephalus senegalus senegalus) in folgenden Merkmalen:

  • P. s. versteri: hat eine rötliche anstatt einer gelb-orange Färbung des Bauches
  • P. s. mesotypus: besitzt einen orangenen Bauch und die Grünfärbung der Oberseite ist weiter ausgedehnt
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Vorkommen

Der Mohrenkopfpapagei lebt bevorzugt in offenen Wäldern und in der Baumsavanne, wobei die vorhandene Menge an Nahrung das Vorkommen und die Zahl der Tiere bestimmt (So kann man die Tiere einzeln, paarweise oder in Gruppen von bis zu 20 Vögeln antreffen). dabei verteilen sich die drei Unterarten auf folgende Gebiete:

  • P. s. senegalus: Von Senegal und Gambia bis Guinea und Mali.
  • P.s. versteri: Elfenbeinküste und Ghana bis westliches Nigeria.
  • P.s. mesotypus: Östliches und nordöstliches Nigeria, nördliches Kamerun und südwestlicher Tschad.
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Ernährung
Der Mohrenkopfpapagei ernährt sich bevorzugt von Feigen und den Samen einiger Bäume, wie zum Beispiel dem Affenbrotbaum (Adansonia digitata). Außerdem stehen noch Knospen, Getreide und Früchte auf seinem Speiseplan. Größere Schwärme können dabei vor allem in Maisfeldern und Bananenplantagen erheblichen Schaden anrichten. Die Vögel wandern auf der Suche nach Nahrung über größere Distanzen.
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Fortpflanzung

Beim Mohrenkopfpapagei handelt es sich um einen Höhlenbrüter, der sein Nest in Höhlen von Baumstämmen baut (vor allem den Stämmen des Affenbrotbaumes, Adansonia digitata). Die Brutzeit ist von September bis November. Das Gelege besteht aus drei bis vier (sehr selten fünf) weißen Eiern, welche vom Weibchen bebrütet werden. Die Brutdauer beträgt zweieinhalb bis drei Monate. Die Aufgabe des Männchens besteht darin Futter aufzunehmen, im Kropf aufzubewahren und damit das Weibchen zu versorgen, welches anfangs die Nahrung wiederum an die Jungen weitergibt.

Später füttert das Männchen meist direkt die Jungen, welche nach etwa vierzehn Tagen ihre Augen öffnen und nach ca. drei Wochen die ersten Federkiele bekommen. Ihr vollständiges Federkleid haben die Jungvögel mit etwa acht Wochen. Insgesamt benötigen die Jungen für ihre Entwicklung relativ viel Zeit und verlassen erst nach etwa elf Wochen die Nisthöhle, wobei sie dann noch deutlich kleiner als ihre Eltern und kaum flugfähig sind. Nach zwölf bis dreizehn Wochen sind die Jungvögel dann in der Lage selbstständig Futter aufzunehmen und werden kaum mehr von den Eltern gefüttert. Etwa mit dem Ende des zweiten Lebensjahres erlangen Mohrenkopfpapageien die Geschlechtsreife und die erste Brut wird bei geeigneten Bedingungen im dritten Lebensjahr durchgeführt, wobei meist mehrere Brutversuche nötig sind, bis eine erfolgreiche Brut mit Aufzucht der Jungen gelingt.

Während der Mohrenkopfpapagei vor gut dreißig Jahren noch kaum gezüchtet wurde (obwohl er zu der Zeit schon mehr als 100 Jahren gepflegt wurde), so ist er heute ein sehr häufig gezüchteter Papagei, so dass genügend Nachzuchten vorhanden und der Bedarf an Wildfängen nur gering ist.
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Quellen - offline
1.) "Papageien und Sittiche: Arten - Pflege - Sprechunterricht" von Horst Bielfeld, Falken-Verlag (1982)
2.) "Papageien einst und jetzt - geschichtliche und Kulturgeschichtliche Hintergründe der Papageienkunde" von Hans Strunden, Horst Müller-Verlag Walsrode (1984)
3.) „Handbuch der Papageienkunde: Die Arten, Haltung im Käfig und Voliere, Pflege und Zucht“ von Helmut Pinter, Frankh’sche Verlagshandlung (1979)

Quellen - online

http://www.tierseiten.com/papageien/papageiensystematik.html
http://www.ilexikon.com/images/3/31/Afrika_PIA04965_modest.jpg

http://www.sittiche.de/vogellexikon/mohrenkopfpapagei.htm

http://www.papageienatrium.de/Moni/meine_Papageien/Langflugelpapageien/Mohrenkopf_lexikon/body_mohrenkopf_lexikon.html
Fotos
Alle Bilder: Markus Hoffmann

 

Markus Hoffmann, September 2005


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