Phodopus sungorus sungorus
oder der Dsungarische Zwerghamster
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Reich Animalia
Stamm Chordata (Wirbeltiere)
Klasse Mamalia (Säuger)
Ordnung Rodentia (Nagetiere)
Familie Cricetidae (Wühler)
Maße Länge: ca. 10cm, Weibchen < Böcke
Gewicht: ca. 30g im Winter, ca. 50g im Sommer
Vorkommen Sibirien, Dsungarei (China), Kasachstan, Mongolei, Mandschurei
Besonderheiten Versuchstier zum circadianen Rhythmus in der AG Steinlechner
Schutzstatus nicht bedroht
Rechts: Lotte, ca. 3 Monate alte

 

Allgemeines
Hamster werden in sieben Gattungen unterteilt:
  • Großhamster (Cricetus)
  • Mittelhamster (Mesocricetus)
  • Zwerghamstergattungen (Mikrocricetus)
    • Kurzschwänzige Zwerghamster (Phodopus)
    • Langschwänzige/ Graue Zwerghamster (Cricetulus)
    • Rattenartige Zwerghamster (Tscherskia triton als einzige Art)
    • Mausartige Zwerghamster (Calomyscus)
    • Eversmann-Zwerghamster (Allocricetus
 
Hamster sind nachtaktive Tiere mit (für Nager typischen) lebenslang nachwachsenden oberen und unteren Nagezähnen..
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Körperbau

Der nur wenige Milimeter lange, behaarte und oft hell gefärbte Schwanz weißt den Dsungarischen Zwerghamster als einen Angehörigen von Phodopus, dem Kurzschwänzigen Zwerghamster, aus.
Das Fell ist im Sommer dunkel, im Winter hell gefärbt. Der für die Färbung verantwortliche Umweltfaktor ist nicht, wie häufig in der Literatur zu finden, die Temperatur, sondern die Länge der Tage, die über das Pinealorgan und den damit verknüpften

Melatoninspiegel "gemessen" wird (Diagramm der circadianen Melatoninkonzentration). Ist das Fell im Sommer dorsal noch graubraun (mit einem dunklen Streifen entlang der Wirbelsäule, genannt Aalstrich) und ventral hellgrau bis weiß mit drei seitlichen Ausbuchtungen und einem dunklen Strich zwischen den beiden Farben, so nimmt die Dichte im Winter zu, die Färbung stark ab, bis ein hellgraues oder sogar weißes Fell zu Tage tritt, auf dem der Aalstrich noch zu erkennen ist. Diesen Farbwechsel kann man durch ein geeignetes Lichtregime auch in den Sommermonaten provozieren. Männchen (Bock) und Weibchen sind gleich gefärbt. Der Abstand zwischen Anal- und Genitalöffnung ist bei den Männchen jedoch wesentlich größer. Auch insgesamt sind sie etwas länger. Vor allem im Sommer sind die Böcke an den recht großen Hoden zu erkennen, da sich deren Größe verzehnfacht (auf ca. 800mg, siehe rechtes Bild).
Die Füße sind auch unterseitig fellbedeckt, eine Anpassung an die Permafrostböden ihrer kalten Heimat.
Pearl-Variante (Quelle: Wikipedia)
Mittlerweile gibt es mehrere verschiedene Variationen der Fellfarbe, die teilweise dominant, teilweise rezessiv vererbt werden, unter anderem den Wildtyp, Pearl (Bild rechts oben) und Saphire.
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Ernährung
Gemäß ihrer recht kargen natürlichen Umgebung sind Dsungarische Zwerghamster an recht karge Nahrung gewöhnt. Hauptsächlich Körner, aber auch Insekten (vor allem Grashüpfer) stehen auf ihrem Speiseplan, Früchte und Obst werden jedoch, so verfügbar, auch nicht verschmäht. Sie können das benötigte Wasser ausschließlich aus der aufgenommenen Nahrung beziehen.
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Verbreitung
P. sungorus lebt in wüstenartigen Regionen in selbstgegrabenen Höhlen bis zu einem Meter Tiefe. Sie haben sich effektiv in Verhalten und Körperbau an ihre Umgebung angepaßt und sind so in der Lage, die extremen Klimaschwankungen Sibiriens zu überstehen, wo es im Sommer bis zu 30°C heiß wird, während in den klirrend kalten Wintermonaten Temperaturen bis zu -50°C keine Seltenheit sind. Durch die behaarten Füße und das dichte Fell sind sie recht gut geschützt, dennoch ist es erstaunlich, wie es diese kleinen Tiere schaffen, bei -40°C über Schnee zu laufen und dabei nicht zu erfrieren. Meines Wissens nach ist es bisher nicht bekannt, wie die Atemluft auf dem kurzen Weg von Mund zu Lunge derart erwärmen wird, dass diese keinen dauerhaften Schaden nimmt.
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Verhalten und Fortpflanzung

Der kleine Dsungare ist ein Einzelgänger. Vor allem geschlechtsreife Tiere sehen ineinander Konkurrenten, es kann dabei zu tödlichen Kämpfen kommen. Sobald die Jungtiere ausgewachsen sind, werden sie von der Mutter aus dem Bau verjagt.
Mit ca. dreineinhalb bis vier Monaten sind sie geschlechtsreif. Die Fortpflanzungsperiode liegt zwischen April und September. Die Tragzeit beträgt ca. 18 Tage. Die Geburt findet meist nachts statt, ein Wurf umfasst meist ca. vier bis sechs Jungtiere. Nach der Geburt durchbeißt das Muttertier die Nabelschnur, worauf das Junge mit einem Piepsen reagiert. Dieser sogenannte "Hemmschrei" unterdrückt den Fressreiz. Unterbleibt er, wird das Junge von der Mutter gefressen, da es es sich offenbar um ein zu schwaches Tier oder eine Totgeburt handelt. Auch später noch kann es zu Kannibalismus seitens der Mutter kommen, der Auslöser ist zumeist die Schwäche eines Jungen, Stress oder Nahrungsmangel.
P. sungorus hat eine Lebenserwartung von ca. zwei bis drei Jahren, welche jedoch durch häufige Trächtigkeit oder einen veränderten Aktivitätsrhythmus gemindert werden kann.
Natürliche Feinde sind alle Nagerfresser von Schlangen über carnivore Säuger bis hin zu Raubvögeln. Durch ihren recht abgeschiedenen und für Menschen unattraktiven Lebensraum ist ihr natürliches Vorkommen meines Wissens nach nicht in Gefahr. In Gefangenschaft gewöhnen sich die Tiere, wenn sie von Anfang an das Handling gewöhnt werden, an den Menschen und können recht zutraulich werden, lassen sich berühren und auf die Hand nehmen.
Bei den von mir beobachteten Tieren (alle aus derselben Zucht der AG Steinlechner) gab es Tiere, die ich als die "Kletterer" bezeichnenen möchte und die hamstertypischen "Radläufer". Was man unter einem "Ketterer" zu verstehen hat, demonstriert Lotte unten. "Kletterer" scheinen keine Höhenangst zu haben, Abgründe wie Tischkanten oder die Handfläche halten sie auf Gedeih oder Verderb nicht auf. Die "Radläufer" scheinen dort etwas vorsichtiger zu sein.

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Quellen

AG Steinlechner - TiHo Hannover und BioNova 2003 der FS Bio Hannover
Mein Zwerghamster (zu Hause) - Judy Fox (ISBN: 3-89860-027-0)

Fotos & Filme (wenn nicht anders gekennzeichnet)

Malte Schüddekopf, Sönke von den Berg

 

Sönke von den Berg, April 2004
überarbeitet April 2007


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Konzept und technische Umsetzung: S. von den Berg
Bilddarstellung: Lightbox 2.X by Lokesh Dhakar