| Teil 2/2 | Serpentes - Schlangen |
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Teil 2: Sinnesorgane, Lebensweise, Fortpflanzung, Jagdverhalten & Nahrung |
| Reich | Animalia | |
| Stamm | Chordata | |
| Klasse | Reptilia | |
| Ordnung | Squamata (Schuppenkriechtiere) | |
| Unterordnung | Serpentes (Schlangen) | |
| Vorkommen | ubiquitär | |
| Schutzstatus | in Deutschland sind alle Schlangen besonders geschützt | |
Bild rechts: Natrix natrix helvetica (Quelle: Uwe Schiewe) |
Sinnesorgane
Schlangen sind auf unterschiedliche Art in der Lage, Reize aus ihrer Umwelt aufzunehmen. Allen Arten gemein ist die Aufnahme von flüchtigen Stoffen über die Nase und nichtflüchtigen Stoffen über die gespaltene Zunge. Eine andere Möglichkeit ist die Wahrnehmung infraroter Strahlung. Grubenottern besitzen ein Grubenorgan. Hierbei handelt es sich um eine Sinnesgrube zwischen Auge und Nasenloch, mit dessen Hilfe sie Temperaturunterschiede von ca. 0,003°C registrieren können. Ähnlich funktioniert das Organ der Riesenschlangen, die Labialgruben. Diese befinden sich in der Schuppenreihe der Ober- und Unterlippe. Sie sind weniger empfindlich als die Grubenorgane und nehmen Temperaturdifferenzen von ca. 0,026°C wahr. Diese Infrarot-Sinnesorgane ermöglicht auch die Aufspürung und Erbeutung von Tieren, die sonst aufgrund von Tarnung nicht auffallen würden. Das Gehör von Schlangen nimmt durch die Luft übertragene Schallwellen nur sehr schlecht bis gar nicht wahr, da kein Außenohr vorhanden ist. Allerdings sind die Tiere fähig mit Hilfe ihres Innenohres Erschütterungen des Bodens zu registrieren. Voraussetzung dafür ist, dass der Kopf auf dem Boden aufliegt. Die Erschütterungen werden dann über eine Reihe von Knochen, die mit dem Unterkiefer verbunden sind, in das Innenohr übertragen. Da die beiden Unterkieferhälften nicht starr, sonder über Bänder miteinander verbunden sind, können sie auch unterschiedlich in Schwingung versetzt werden. Dies ermöglicht Schlagen auch die Richtung der Vibration zu bestimmen. |
Lebensweise
Schlagen sind solitäre Tiere und finden sich gewöhnlich nur zu Paarung zusammen. Allerdings kann die Zahl der Tiere an bestimmten Orten erhöht sein, beispielsweise wenn an einem Ort eine erhöhte Beutedichte festgestellt wird, oder aber an besonders günstiges Brutplätzen. Die meisten Arten sind standorttreu und stellen selten Revieransprüche. |
Fortpflanzung
Je nach Lebensraum pflanzen sich Schlangen das ganze Jahr hindurch fort (Tropen) oder nur zu bestimmten Paarungszeiten (gemäßigte Zonen). Bestimmt wird die Paarungszeit durch klimatische Einflüsse, da durch die Ektothermie der Tiere alle Körperfunktionen von der Außentemperatur beeinflusst werden (siehe hierzu auch das letzte OTW) - hierunter fallen auch Spermio- und Oogenese. Die meisten Schlangen sind ovipar (eierlegend), nur einige sind ovovivipar (Eier-lebendgebährend: der Nachwuchs schlüpft noch im Mutterleib aus den Eiern und wird erst anschließend geboren). |
Jagdverhalten & Nahrung
Alle Schlangen sind karnivor. In der Regel ernähren sie sich von lebenden, bzw. frisch getöteten Beutetieren. Das Beutespektrum wird bedingt durch das Angebot und die Körpergröße des Jägers. Die Art zu jagen kann in zwei Gruppen unterschieden werden:
Froschlurche und kleinere Beutetiere werden nach keinem bestimmten Schema verschlungen, während größere, behaarte Säugetiere stets in Richtung des Fells verschlungen werden, also mit dem Kopf zuerst in die Speiseröhre eintreten. Wird die Schlange während des Schlingvorgangs gestört, würgt sie ihre Beute wieder aus. |
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Brohmer: „Fauna von Deutschland“ |