Drosera rotundifolia oder der Sonnentau
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Reich Plantae
Abteilung Magnoliophyta
Klasse Rosopsida
Unterklasse Caryophyllidae
Ordnung Caryophyllales
Familie Droseraceae
Besonderheiten Karnivor
Schutzstatus geschützt
Quelle Bild: Wikipedia

 

Standort

Karnivore Pflanzen kommen an extremen Standorten, wie Küsten oder Moore, vor. Der Boden der Moore hat einen extrem sauren pH-Wert, wodurch nitrifizierende Bakterien kaum lebensfähig sind. Dadurch können Karnivore keinen Stickstoff in Form von Nitrat aus dem Boden aufnehmen und zeigen deshalb morphologische Anpassungen wie Klappfallen, Saugfallen, Fallengruben oder Klebfallen, um tierische Eiweiße direkt als Stickstoffquelle zu verwenden.


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Allgemeiner Fangmechanismus der Klebfallen


Vollbild ^      
Die Blattoberfläche ist mit zahlreichen Tentakel und sitzenden Drüsenzellen besetzt, die ein klebriges Sekret (Fangschleim) sezernieren. Die Insekten werden sowohl durch den süßlichen Duftes des Sekrets, als auch durch das glitzernde Schimmern der vermeintlichen Tautröpfchens angelockt, woher im Übrigen wohl auch der Name rührt. Landet nun ein Insekt auf der Blattoberfläche, bleibt es an den Tentakeln kleben. Sofort kommt es zu einer, durch Bewegungen des Insektes ausgelösten, thigmischen Krümmung, wodurch das Insekt mit weiteren Tentakeln in Berührung kommt. Aber erst wenn nach dem mechanischen ein chemischer Reiz erfolgt, der durch eiweißhaltigen Körper des Insektes ausgelöst wird, kommt es zu einer chemotropischen Bewegung der Tentakel zu Blattmitte hin. Dadurch und durch den sich ändernden Tugordruck, kommt es zu einem Zusammenrollen des Blattes. Schließlich wird das Insekt dadurch getötet, dass das Sekret die Stigmata (Atemöffnungen an der Körperoberfläche von Insekten) verklebt werden. Der Fangschleim besteht überwiegend aus verschiedenen Enzymen und einer wässrigen Lösung von sauren Polysacchariden, die sich aus Gluconsäuere, Galaktose, Xylolose und Arabinose zusammensetzen. Somit wird das Insekt zersetzt, die freiwerdenden Nährstoffe vermischen sich mit dem Sekret und werden von sitzenden Drüsen resorbiert.
Wer sich das immer noch nicht vorstellen kann, kann rechts schauen, wie es geht.


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Besonderheiten der Drosera

Abb. 2: Drosera rotondifolia: Blattoberfläche; Übersichtsaufnahme des Fangblattes mit kürzeren Tentakel (k) in der Blattmitte und längere Tentakel (l) am Blattrand. Außerdem sitzende Drüsen (a).
Drosera rotundifolia ist ein ausdauerndes Kraut und hat eine spindelfaserige Wurzel. Die Laubblätter sind langgestielt und auf der Blattunterseite kahl, die Blattspreite der Blattoberseite besitzt langestielte Drüsenzellen (vgl. Abb. 2 k), die zum Blattrand hin länger werden. Außerdem befinden sich auf der Blattoberseite sitzende Drüsenzellen (vgl. Abb. 2 a). Die Tentakel besitzen einen vielzelligen Stiel, der sich zur Spitze hin verjüngt. Hier befindet sich die eiförmige Sekretionsdrüse, die das Sekret, an dem die Insekten kleben bleiben, aus einer Sekretionsscheibe absondert. In den Tentakeln befinden sich Fortsetzungen der Leitbahnen, die die Wasserversorgung zur Sekretbildung sicherstellen. Das so gebildete Sekret dient zur Anlockung und Verdauung von Insekten. Die sitzenden Drüsen sind epithelialem Ursprungs und bestehen aus zwei Basal und zwei Köpfchenzellen. Diese Drüsen resorbieren das Sekret der Tentakel und halten die Blattfläche für den Gasaustausch frei.
Eine hochauflösende Version des Bildes rechts kann hier heruntergeladen werden.


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Quellen

Barthlott, W; Porembski, S; Seine, R; Theisen, I: Karnivoren, Biologie und Kultur Fleischfressender Pflanzen; Ulmer, 2004.
Braem, G: Fleischfressende Pflanzen, Arten und Kultur; Ritschel, 2001
Raven, P; Evert, R; Eichhorn, S: Biologie der Pflanzen; 2006, Gruyter
Hegi, G: Illustrierte Flora von Mitteleuropa; Band VI 1; V 2; Lehmann Verlag München

Fotos

Titel: Wikipedia.de
Anja Schlichting

 

Anja Schlichting, Juli 2008


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