Bombylius major oder der Große Hummelschweber
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Reich Animalia
Abteilung/Stamm Arthropoda
Klasse Hexapoda
Ordnung Diptera
Familie Bombyliidae
Maße 8 - 12 mm
Vorkommen Europa, Asien, Nordamerika, Nordafrika
Besonderheiten Hypermetamorphose
Schutzstatus nicht geschützt

 

Verbreitung

In der Familie Bombyliidae existieren weltweit ca. 5000 beschriebene Arten, von denen in Deutschland nur 40 vorkommen. Fossilien sind ab dem Jura bekannt.

Bombylius major kommt in ganz Europa, in Asien (inkl. Japan), Nordamerika und Nordafrika vor. Die sehr heliophile Art ist in Deutschland auf klimatisch günstige Orte beschränkt. In der Region Hannover findet sich eine große Population im Bereich Großer Deister (Kammweg und Lichtungen am Südhang). In der Literatur werden Waldränder, Gärten und Parks als bevorzugte Lebensräume angegeben. Die Flugzeit der Imagines reicht von April bis Juli.


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Morphologie

B. major erreicht eine Körperlänge von 8-12 mm und weist einen dichten, hummelähnlichen, goldbraunen bis weißlichen Pelz auf. Das Abdomen ist kaudal stark abgerundet. Auffällig ist der nadelartige, rigide Rüssel, der nahezu Körperlänge erreicht und nach anterior gerichtet ist. Charakteristisch für die Art ist die braungefärbte Flügelvorderhälfte. Der größte Teil des Kopfes wird von den Komplexaugen eingenommen, die beim Männchen über einen größeren Bereich median aneinandergrenzen. Die Beine sind relativ lang und dünn.


B. major.; links: craniolaterale Ansicht; rechts: dorsolaterale Ansicht (A. Krahner)


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Nahrungsaufnahme

Die adulten B. majores ernähren sich von Nektar, der über den Saugrüssel aufgenommen wird. Weibchen nehmen außerdem auch Pollen auf. Während des Nektarsaugen zeigen diese Dipteren eine kolibriartige Flugweise, indem sie über der Blüte schweben und sich zumeist nur mit dem vorderen Beinpaar an der Blüte festhalten.

Bild rechts: Schweben während des Saugaktes und Fixieren mit anteriorem Beinpaar (A. Krahner)

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Fortpflanzung und Entwicklung; Hypermetamorphose

Weibchen nehmen zunächst feinen Sand auf, mit dem die Eier, welche eine klebrige Oberfläche aufweisen, zunächst ummantelt werden. Dann schießen die Weibchen die Eier im Flug gezielt in die Nähe der Nesteingänge solitär lebender Erdbienen (v.a. der Gattung Andrena). Eine Besonderheit ist die Hypermetamorphose, die zuweilen auch als larvaler Dimorphismus betitelt wird: es treten zwei morphologisch sehr unterschiedliche Larvenstadien auf.

Die sehr bewegliche Junglarve (Triungulinus-Stadium) ist lang und schlank, trägt längere thorakale und auffallend lange abdominale Borsten, ist mit Parapodien ausgestattet und misst zunächst 1.5 mm, später 2-3 mm. Diese Larvenform kriecht aktiv in den Bau des Wirtes, dort in eine Zelle und ernährt sich zunächst vom Bienenbrot (Futterbrei: Pollen-Nektar-Mischung).

Nach der Häutung liegt eine madenförmige Larve vor. Diese hat ein plumperes Erscheinungsbild, eine veränderte Verteilung der funktionsfähigen Stigmata, misst zunächst 9-10 mm, später 15 mm und heftet sich an die Bienenlarve an. Als Parasitoid saugt sie die Bienenlarve von außen aus.

Die bewegliche Puppe trägt an der Kopfscheide eine Zackenkrone, die aus den ventralwärts gerichteten Antennal- und Rüsselscheiden-Dornen besteht. Diese formen die sog. Gesichtsmaske und können zu Bestimmungszwecken herangezogen werden. Mithilfe der Dornfortsätze bohrt die Puppe sich im folgenden Frühjahr aus dem Nest an die Erdoberfläche, unterstützt durch abdominale Borsten. Dort schlüpft die Imago, hierzulande i.d.R. im April.


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Quellen

Reichholf, Steinbach: „Die große Enzyklopädie der Insekten, Spinnen- und Krebstiere – Bd. 2“ (1997); Mosaik-Verlag
Storch, Welsch: „Systematische Zoologie“ (6. Aufl.); Spektrum
Westheide, Rieger: „Spezielle Zoologie – Teil 1: Einzeller und Wirbellose Tiere“ (1. Aufl.); Spektrum
Schumann und weitere.: „Urania Tierreich – Insekten“ (1. Aufl.); Urania
Braun: „Taschenbuch der Waldinsekten“ (4. Aufl.); Fischer
Kaestner: „Lehrbuch der Speziellen Zoologie“ (2. Aufl.); Spektrum

Fotos
Titel: Sönke von den Berg
Alle anderen: André Krahner

 

André Krahner, Mai 2008


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