Belemnitida
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Reich Animalia
Stamm Mollusca
Klasse Cephalopoda
Ordnung Belemnitida

 

Die Belemniten sind eine sehr bekannte Gruppe ausgestorbener Cephalopoden, berühmt geworden durch die sehr häufig gefundenen Versteinerungen des kegelförmigen Gehäuseteils (Rostrums). Weichteile werden sehr selten gefunden. Die Versteinerungen dienten der Grundlage vieler Sagen und Mythen und wurden für Krankheiten verschiedenster Art eingesetzt. In einigen Kulturen stellen sie auch ein Phallus-Symbol da.
Ihren Namen erhielten die Belemniten durch die längliche Form ihrer Versteinerungen (aus dem Griechischen: Blitz oder Geschoss). Umgangssprachlich werden sie auch Donnerkeil oder Teufelsfinger genannt.

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Morphologie und Lebensweise
Die ausschließlich marin lebenden Belemniten waren von wenigen Zentimetern bis zu 2,5m große Cephalopoden. Der größte Fund eines „Donnerkeils“, also eines versteinerten Rostrums, beträgt 46 cm, und dies zeigt nur einen geringen Teil des Tieres (siehe Abb.2), die Weichteile formten den langen und stromlinienförmigen Körper. Zudem besaßen die Tiere sehr große und hervorstehende Augen. Sie ähnelten in ihrer Körperform dem heutigen Kalmar und sind nah mit dem Tintenfisch verwand. Auch sie besaßen einen Tintensack.
Ihre zehn Arme, von denen zwei etwas länger ausgebildet waren dienten ihrer räuberischen Lebensweise. An den Tentakeln befanden sich keine Saugnäpfe, sondern Fanghaken zur Erbeutung kleiner Fische und anderer mariner Tiere.
Ihre Feinde waren große Fische und Meeresreptilien, die das kalkhaltige Rostrum nicht verdauen konnten.
Rostrum (Andrea Rasche)
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Der Donnerkeil
Das Rostrum des Belemniten ist der Teil des Körpers, der sehr häufig als Versteinerung gefunden wird. Der Grund hierfür ist, dass dieser Teil aus dem sehr stabilen Calcit besteht, und nicht wie bei anderen Vertretern der Gruppe der Belemnoidea aus Aragonit.
Das Rostrum ist ein Teil des Innenskeletts, das ein kegelförmiges Luftkammergebilde umschließt, welches aus 20-30 Gaskammern besteht. Das Rostrum bildete ein Gegengewicht zum recht schweren Kopf und ermöglichte eine waagerechte Schwimmlage. Das Rostrum läuft im hinteren Teil des Tieres zu einer Spitze zusammen. Diese zeigt in die Schwimmrichtung. Am vorderen Ende des Rostrums, der Alveole, befindet sich der Phragmokon, welcher der Steuerung des Auftriebs diente.
Anhand des Rostrums kann auch das Alter eines Belemniten bestimmt werden, da sich Strukturen im Material abzeichnen, die Jahresringen ähneln. Die Tiere wurden etwa vier Jahre alt, was dem Alter heutiger Tintenfische entspricht.
Belemnitenrostren aus der Oblast Transkarpatien, Ukraine
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Die Bedeutung als Fossil
Die Belemniten lebten etwa vom unteren Jura bis zur oberen Kreidezeit.
Einige der etwa 1800 beschriebenen Arten dienen heute als wichtige Leitfossilien der Unter- und Oberkreide
Als man herausfand, dass bestimmte Sauerstoffisotope abhängig von der Temperatur an der Kalkbildung beteiligt sind, war es möglich, mittels der Isotopbestimmung im Calcit des Rostrums die Wassertemperatur zu bestimmen, in der die Belemniten lebten. Diese betrug im Schnitt etwa 14°C.
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Quellen
Fotos
Wenn nicht anders gekenzeichnet: http://en.wikipedia.org/wiki/Belemnoidea

 

Andrea Rasche, Mai 2008


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Konzept und technische Umsetzung: S. von den Berg
Bilddarstellung: Lightwindow 2.X by Kevin Miller