R. mangle kann eine Höhe von bis zu 30 Metern erreichen, dies jedoch nur unter für sie günstigen Bedingungen. Bei ungünstigen Bedingungen wie z.B. Nährstoffmangel, sehr hohen Salzkonzentrationen im Substrat und in den kühleren nördlichen und südlichen Randbereichen ihres Verbreitungsgebiets werden buschartige Zwergformen ausgebildet. So sind die Individuen in Florida lediglich um die 6 Meter hoch.
Das augenscheinlich auffälligste Merkmal der Roten Mangrove ist sicherlich das Stelzwurzelsystem, welches alle Mitglieder der Gattung Rhizophora auszeichnet. Die Stelzwurzeln entspringen dabei dem oberirdischen Teil des Baumstamms und wachsen bogig in Richtung Substrat, wo sie dann ein unterirdisches Wurzelsystem ausbilden. Diese Wurzeln dienen einerseits vor allem älteren Pflanzen zur Stabilisation im weichen, schlammigen Substrat, andererseits spielen sie eine wichtige Rolle beim Gasaustausch, sind sie doch mit zahlreichen sogenannten Lenticellen versehen, welches korkverkleidete, wasserabstoßende Poren in der Rinde der Wurzeln sind.
Mangroven bilden ein spezielles Belüftungssystem, das sog. “Aerenchym”, zu dem auch die Lenticellen gehören. Das Aerenchym ist ein Grundgewebe, welches der Durchlüftung dient und dazu mit großen, zusammenhängenden Interzellularräumen versehen ist. Auch bei Halophyten und Wasserpflanzen dient es zum Gaswechsel der untergetauchten Organe.
Die Blätter der Roten Mangrove sind oval, ungeteilt, ganzrandig und lederartig. Ihre Größe scheint mit den Umweltbedingungen zu variieren, sie sind im Vergleich zu anderen Mangrovenarten jedoch wohl eher klein. Die Blattspreite soll bei günstigen Bedingungen eine Länge von 10 bis 12 cm erreichen, der Blattstiel nimmt zudem eine Länge von ungefähr 2 cm ein. Die Oberseite älterer Blätter ist dunkelgrün-glänzend, die Unterseite besitzt ein helleres Grün und ist mit porenartigen Punkten übersät. Angeordnet sind die Blätter gegenständig, lediglich der oberste, jüngste Bereich der Triebe ist beblättert und verzweigt, wohingegen die Seitenknospen älterer Zweigabschnitte schnell die Fähigkeit des Austreibens verlieren. Die Gipfelknospe jedes Triebs wird von den beiden
Nebenblättern karpuzenartig umhüllt, nach Entfaltung eines neues Blattpaares werden sie abgeworfen.
Die Infloreszenz entspringt in einer Blattachsel, in der Regel finden sich ein- oder zweifache Verzweigungen, wobei aus einer Verzweigung wiederum zwei bis vier Blütenstiele entstehen.
Die Blüten sind zwittrig, die Bestäubung erfolgt durch den Wind (Anemophilie).
Eine Blüte der Roten Mangrove besitzt zunächst 4 Sepalen, welche lanzettförmig, grünlich oder gelbgrünlich und am Grunde miteinander verwachsen sind. Sie bleiben bis zur Fruchtreife erhalten.
Ebenfalls in Vierzahl sind die Petalen vorhanden, sie sind weißlich, dicht behaart und werden rasch abgeworfen. Die Frucht ist länglich, 2 bis 3 cm lang, oft asymmterisch und am Apex spitz zulaufend. Sie besitzt eine olivgrüne oder braune Farbe und eine geraute Oberfläche.
Wie alle Taxa der Rhizophoraceae ist R. mangle lebendgebärend (vivipar), das bedeutet, dass die Keimlinge sich am Mutterbaum entwickeln und nach Abwerfen in der Lage sind schnell Wurzeln auszubilden. Sie überstehen jedoch auch ein monatelanges Verdriften im Gezeitenstrom. Die Keimlinge besitzen ein stiftförmiges, 15 bis 20 cm langes Hypokotyl, welches augenscheinlich keine Lenticellen besitzt. Die Verbreitungseinheit ist der Keimling mit dem Hypokotyl, der nach der Entwicklung vom Mutterbaum abgeworfen wird.