Rhizophora mangle oder die Rote Mangrove
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Reich Plantae
Abteilung Bedecktsamer (Magnoliophyta)
Klasse Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrige (Rosopsida)
Unterklase Rosenähnliche (Rosidae)
Ordnung Malpighienartig(Malpighiales)
Familie Rhizophoragewächse(Rhizophoraceae)
Maße bis 30 m Höhe
Vorkommen s. hier
Besonderheiten Besondere Anpassungen an die recht lebensfeindliche Umgebung

 

Allgemeines

Rhizophora mangle, im Deutschen als Rote Mangrove bezeichnet, gehört zu den „echten Mangroven“ (engl.: “strict mangroves”). Mangrovenbäume bilden keine systematisch einheitliche Gruppe, sondern gehören unterschiedlichen Familien der Bedecktsamigen Pflanzen (Magnoliophyta) an. Die Tatsache, dass sie dennoch in einer Gruppe zusammengefasst werden, ist darauf zurückzuführen, dass sie ausschließlich im Gezeitenbereich tropischer Küsten leben und sich an das dortige Leben angepasst haben. Sie besitzen einige morphologische Gemeinsamkeiten, welche jedoch durch konvergente Entwicklung entstanden sind. Die Zahl der Arten und Gattungen, die zu den Mangroven gezählt werden, schwankt von Autor zu Autor, P.B. TOMLINSON spricht den echten Mangroven 20 Gattungen und 54 Arten zu, teilt diese jedoch noch in “Major components” und “Minor components”.
Neben den echten Mangroven gibt es Pflanzen, die mit diesen assoziiert sind und teilweise im selben Habitat auftreten. Diese assozierten Pflanzen sind jedoch nicht ausschließlich auf den Gezeitenbereich beschränkt und können teilweise auch im pantropischen Bereich angetroffen werden.
Der Gezeitenbereich bringt viele extreme abiotische Faktoren mit sich, die Stress hervorrufen und unangepassten Pflanzenarten ein Leben dort unmöglich machen. So ist aufgrund der Überschwemmung der Salzgehalt im Boden sehr hoch, es lassen sich Konzentrationen von etwa 30 ppt in regelmäßig überschwemmten Bereichen finden, in weiter landeinwärts liegenden Bereichen kann die Konzentration bis an die 100 ppt und darüber hinaus betragen. Dies hat zur Folge, dass das Wasserpotential im Boden sehr hoch ist und es somit für die Pflanze schwierig ist Wasser aus dem Boden zu gewinnen. Hohe Salzkonzentrationen im Gewebe sind zudem toxisch. Ebenso ist der Boden sauerstoffarm, es besteht das Problem die Wurzeln mit Sauerstoff zu versorgen, und das weiche Substrat erschwert Stabilität. So bedarf es Anpassungen und verschiedener Entwicklungen um diesen Lebensraum für sich erschließen zu können.


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Vorkommen

R. mangle ist wie alle echten Mangroven lediglich in den Tropen verbreitet. Es gibt zwar auch ein paar “Ausreißer” in den Subtropen, diese sind aber auf warme Strömungen zurückzuführen. Mangroven benötigen warmes Oberflächenwasser und sind demnach nicht in kalten Gewässern anzutreffen; ihre Verbreitung zeigt eine sehr deutliche Korrelation mit der 24 Grad Celsius Isothermen.
Das Verbreitungsgebiet der Roten Mangrove erstreckt sich von Westafrika bis zur tropischen Pazifikküste Nord- und Südamerikas, wobei die nördliche Grenze auf den Bahamas und in Florida und die südliche Grenze im brasilianischen Bundesstaat Santa Carina liegt.


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Beschreibung

R. mangle kann eine Höhe von bis zu 30 Metern erreichen, dies jedoch nur unter für sie günstigen Bedingungen. Bei ungünstigen Bedingungen wie z.B. Nährstoffmangel, sehr hohen Salzkonzentrationen im Substrat und in den kühleren nördlichen und südlichen Randbereichen ihres Verbreitungsgebiets werden buschartige Zwergformen ausgebildet. So sind die Individuen in Florida lediglich um die 6 Meter hoch.
Das augenscheinlich auffälligste Merkmal der Roten Mangrove ist sicherlich das Stelzwurzelsystem, welches alle Mitglieder der Gattung Rhizophora auszeichnet. Die Stelzwurzeln entspringen dabei dem oberirdischen Teil des Baumstamms und wachsen bogig in Richtung Substrat, wo sie dann ein unterirdisches Wurzelsystem ausbilden. Diese Wurzeln dienen einerseits vor allem älteren Pflanzen zur Stabilisation im weichen, schlammigen Substrat, andererseits spielen sie eine wichtige Rolle beim Gasaustausch, sind sie doch mit zahlreichen sogenannten Lenticellen versehen, welches korkverkleidete, wasserabstoßende Poren in der Rinde der Wurzeln sind.
Mangroven bilden ein spezielles Belüftungssystem, das sog. “Aerenchym”, zu dem auch die Lenticellen gehören. Das Aerenchym ist ein Grundgewebe, welches der Durchlüftung dient und dazu mit großen, zusammenhängenden Interzellularräumen versehen ist. Auch bei Halophyten und Wasserpflanzen dient es zum Gaswechsel der untergetauchten Organe.
Die Blätter der Roten Mangrove sind oval, ungeteilt, ganzrandig und lederartig. Ihre Größe scheint mit den Umweltbedingungen zu variieren, sie sind im Vergleich zu anderen Mangrovenarten jedoch wohl eher klein. Die Blattspreite soll bei günstigen Bedingungen eine Länge von 10 bis 12 cm erreichen, der Blattstiel nimmt zudem eine Länge von ungefähr 2 cm ein. Die Oberseite älterer Blätter ist dunkelgrün-glänzend, die Unterseite besitzt ein helleres Grün und ist mit porenartigen Punkten übersät. Angeordnet sind die Blätter gegenständig, lediglich der oberste, jüngste Bereich der Triebe ist beblättert und verzweigt, wohingegen die Seitenknospen älterer Zweigabschnitte schnell die Fähigkeit des Austreibens verlieren. Die Gipfelknospe jedes Triebs wird von den beiden Nebenblättern karpuzenartig umhüllt, nach Entfaltung eines neues Blattpaares werden sie abgeworfen.
Die Infloreszenz entspringt in einer Blattachsel, in der Regel finden sich ein- oder zweifache Verzweigungen, wobei aus einer Verzweigung wiederum zwei bis vier Blütenstiele entstehen.
Die Blüten sind zwittrig, die Bestäubung erfolgt durch den Wind (Anemophilie).
Eine Blüte der Roten Mangrove besitzt zunächst 4 Sepalen, welche lanzettförmig, grünlich oder gelbgrünlich und am Grunde miteinander verwachsen sind. Sie bleiben bis zur Fruchtreife erhalten.
Ebenfalls in Vierzahl sind die Petalen vorhanden, sie sind weißlich, dicht behaart und werden rasch abgeworfen. Die Frucht ist länglich, 2 bis 3 cm lang, oft asymmterisch und am Apex spitz zulaufend. Sie besitzt eine olivgrüne oder braune Farbe und eine geraute Oberfläche.
Wie alle Taxa der Rhizophoraceae ist R. mangle lebendgebärend (vivipar), das bedeutet, dass die Keimlinge sich am Mutterbaum entwickeln und nach Abwerfen in der Lage sind schnell Wurzeln auszubilden. Sie überstehen jedoch auch ein monatelanges Verdriften im Gezeitenstrom. Die Keimlinge besitzen ein stiftförmiges, 15 bis 20 cm langes Hypokotyl, welches augenscheinlich keine Lenticellen besitzt. Die Verbreitungseinheit ist der Keimling mit dem Hypokotyl, der nach der Entwicklung vom Mutterbaum abgeworfen wird.


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Quellen
P. B. Tomlinson: The Botany of Mangroves. Cambridge University Press, Cambridge, 1986
http://de.wikipedia.org/wiki/Rote_Mangrove (Zugriff: März 2008)
Lexikon der Biologie - Spektrum Akademischer Verlag
Fotos
http://commons.wikimedia.org

 

Jan Blanke, März 2008


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Konzept und technische Umsetzung: S. von den Berg
Bilddarstellung: Lightwindow 2.X by Kevin Miller