Centruroides exilicauda oder der Arizona-Rindenskorpion
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Reich Animalia
Stamm Arthropoda
Klasse Arachnida
Ordnung Scorpiones
Familie Buthidae

 

Vorkommen
Centruroides exilicauda kommt in den Wüstengebieten der südwestlichen USA und Mexikos vor. So erstreckt sich das Verbreitungsgebiet der Art von der Baja California und das südliche Kalifornien über das südliche Nevada, Utah, Arizona, New Mexico und den an diese Gebiete angrenzenden Norden Mexikos
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Beschreibung

Die Gattung Centruroides gehört zur artenreichsten und die meisten Arten von medizinischer Bedeutung beinhaltenden Skorpionsfamilie Buthidae.

Centruroides exilicauda ist mit einer maximalen Körpergröße von 7 cm eine mittelgroße Skorpionsart. Im Feld ist sie von Arten anderer Skorpionsfamilien durch die Kombination von

  1. einem dreieckigen Sternum,
  2. den grazilen Scheren, und
  3. einem kurzen Dorn unter dem Giftstachel zu unterscheiden.

Von anderen Arten der Gattung Centruroides unterscheidet sich diese Art durch Verbreitung (in Nevada, Utah und Kalifornien die einzige etablierte Art dieser Gattung) sowie durch die Carapaxzeichnung, wenn vorhanden (die Schwesterart C. vittatus besitzt z.B. üblicherweise ein schwarzes Dreieck vor den Mittelaugen).
Es existieren mehrere Farbformen. Die Grundfarbe kann von strohgelb (siehe Foto des Tieres aus Arizona) bis dunkelbraun variieren. Die Tiere können entweder völlig zeichnungslos sein (Tiere aus Baja California und angrenzender Gebiete) oder dorsal dunkle Längsstreifen aufweisen (z.B. Tiere aus Carlsbad/New Mexico). Aus dieser Farbvariation erklärt sich, dass die Art früher in mehrere Arten aufgespalten war (so ist bisweilen noch der ältere Name Centruroides sculpturatus zu finden). Der exakte Status dieser Art wird derzeit diskutiert, siehe auch Anmerkung unter “Giftigkeit”.

C. exilicauda nahe Blythe (Arizona)
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Habitat
Rein theoretisch kommt Centruroides exilicauda in Lebensräumen der Mojave-Wüste, der Sonora-Wüste und der Chihuaha-Wüste vor. Präziser jedoch bevorzugt die Art die wintermilderen Gebiete des Sonora-Bioms. Die Vorkommen in der im Winter sehr kalten Mojave-Wüste z.B. in Süd-Nevada erstrecken sich nur in die Übergangsgebiete zur Sonora-Wüste. Diese Art gräbt im Gegensatz zu vielen anderen Skopionsarten ihres Lebensraumes nicht, sondern versteckt sich tagsüber unter Steinen und Baumrinde. In Arizona nahe Blythe (Route 10) fand ich die Art syntopisch mit den Skorpionsarten Vaejovis spinigerus (Vaejovidae) und Hadrurus arizonensis (Iuridae), die beide ebenfalls unter Steinen vorkommen.
 
Bild links und rechts: Die Sonora-Wüste in Arizona
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Fortpflanzung
Wie die meisten (alle?) Skorpionsarten führt diese Art einen “Paarungstanz” auf, bei dem sich die beiden Partner mit den Scheren festhalten und sich ruckartig hin und herziehen. Der Sinn dieses “Tanzes” besteht darin, dass das Männchen das Weibchen über eine vorher von ihm am Boden befestigte Spermatophore zieht, die das Weibchen dann in seine ventral gelegene Geschlechtsöffnung aufnimmt.
Nach 4 bis 8 Monaten gebährt diese Art unselbstständige Jungtiere, die noch für ca. 14 Tage auf dem Rücken der Mutter sitzen bleiben.
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Giftigkeit

Bei dieser Art handelt es sich um die einzige medizinisch relevante Skorpionsart der USA, d.h. die einzige, deren Stich systemische Folgen haben kann. In dem James Bond-Film “Diamantenfieber” wird wahrscheinlich diese Art als Mordwerkzeug benutzt, die Auftragskiller finden einen Skorpion unter einem Stein und werfen ihn dem Opfer unter das T-Shirt – das Opfer stirbt innerhalb von Minuten. Eine solche Darstellung ist, wie immer im Zusammenhang mit giftigen Tieren, völlig übertrieben. Der letzte verbriefte Todesfall im Zusammenhang mit dieser Art stammt aus dem Jahr 1968. Normalerweise hat ein Stich nur starke Schmerzen zur Folge, die nach wenigen Stunden abklingen. In seltenen Fällen kann es jedoch auch zu einer Übererregung des ZNS kommen. Die Toxine dieser Art blockieren die Schließung spannungsabhängiger Ionenkanäle. Ein Gegengift existiert und ist sehr wirksam.
Die Gifte von Spinnen sind in ihrer Zusammensetzung (nachweisbar durch Massenspektrometrie) als taxonomischer Fingerabdruck bekannt. Untersuchungen haben ergeben, dass anhand dieses Kriteriums die verschiedenen Populationen von C. exilicauda vielleicht doch verschiedene Arten darstellen könnten.

 
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Quellen
  • www.toxinfo.org
  • Tietz, A.(2007): Biologie und Haltung des Skorpions Centruroides exilicauda (Woods, 1863)
  • sowie einige Bemerkungen zum Status des Taxons, ARACHNE 12(1)
Fotos
Alle Fotos: Tobias Dörr

 

Tobias Dörr, Dezember 2006


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