Physalis oder die Lampionblumen
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Reich Plantae
Abteilung Spermatophyta
Klasse Dicotyledonae (Zweikeimblättrige)
Unterklasse Asteridae
Ordnung Scrophulariales
Familie Solanaceae (Nachtschattengewächse)
Maße bis 1,5m
Vorkommen Ursprünglich Amerika
Schutzstatus nicht geschützt
rechts: Physalis peruviana (a)

Einleitung

Bekannt sind Physalis den meisten wohl aus dem Supermarkt, als Dekoration an Desserts oder Buffets. Sie gehören zu den Solanaceen und sind somit mit Kartoffeln, Tomaten und Paprika verwandt, aber auch mit dem Bittersüßen Nachschatten (Solanum dulcamara). Doch nur die Gattung Physalis bildet den namensgebenden blasenartigen, die Frucht umgebenen Kelch (gr. physa = Blase).
Die wohl bekannteste Art ist Physalis peruviana, auch Kapstachelbeere oder Andenkirsche genannt. Andere Arten sind Tomatillo (P. phyladelphica) und die Erdbeertomate (P. pruinosa) (beide ebenso wie P. peruviana essbar) und P. alkekengi.

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Verbreitung

Heimisch sind Physalis auf dem amerikanischen Kontinent, wo sie mit ca. 110 Arten vertreten sind. In Europa wächst nur P. alkekengi wild, deren Beeren allerdings nicht essbar sind.

P. peruviana stammt aus den Anden Perus und Chiles und gelangte durch den Menschen zu Beginn des 19. Jahrhunderts nach Südafrika (daher der deutsche Name „Kapstachelbeere“) und schließlich nach Australien. Heute wird sie sowohl in oben genannten Gebieten als auch in Neuseeland, USA, Indien und Südfrankreich angebaut und in die ganze Welt exportiert.

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Habitus
Physalis sind in der Regel krautige Pflanzen, meist einjährig, aber auch als Staude vorkommend. Sie werden 1-1,5m hoch. Die Blätter sind wechselständig, oval bis eiförmig-zugespitzt oft mit gesägtem Rand. Blätter und Stängel sind weich behaart. Die Blüten sind blattachselständig, radiärsymmetrisch und blühen weiß, gelb oder violett.
Die Physalis-Frucht ist eine 1-1,5cm große Beere die zahlreiche Samen enthält und leicht säuerlich schmeckt. Sie ist zur Reifezeit gelb bis rot und vom vergrößerten Kelch lampionartig umgeben. Erst grün, wird er bei P. alkekengi leuchtend orange-rot, bei anderen Arten pergamentartig und bräunlich beim Vertrocknen. Diese Besonderheit und evolutionäre Neuentwicklung innerhalb der Solanaceae wird auch chinesische Laterne genannt.
Wie alle Solanaceen enthalten auch Physalis giftige Stoffe in Blüte und vegetativen Pflanzenteilen, die allergische Reaktionen hervorrufen können.
Physalis alkekengi (Quelle: b)
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Die chinesische Laterne

Dieses seltsam anmutende Gebilde entsteht, wenn nach der Befruchtung die Kelchblätter wieder zu wachsen beginnen und schließlich die reife Frucht umhüllen. Ein Transkriptionsfaktor, der normalerweise nur in vegetativen Geweben der Pflanze aktiv ist und dort das Wachstum reguliert wird bei Physalis auch in floralem Gewebe exprimiert und bewirkt das Wachstum der Sepalen.

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Inhaltsstoffe und Anwendung
Die Beeren der Physalis enthalten außergewöhnlich viele Nährstoffe. Neben Vitamin C und B1, Provitamin A auch Eisen und Kalzium. Wegen ihres hohen Vitamin C-Gehaltes wurde die Kapstachelbeere von Seefahrern gegen Skorbut verwendet.
Die Beeren werden in der Regel roh verzehrt, aber auch getrocknet oder zu Marmelade weiterverarbeitet. In Afrika werden die Blätter gekocht und gegessen oder als Pflaster auf entzündete Wunden gelegt. Wegen ihrer harntreibenden und reinigenden Wirkung werden Physalis zudem in der Naturheilkunde bei Harnwegserkrankungen, Gicht, Nieren- und Blasensteinen verwendet.
Auch werden Physalis als Gartenzierpflanzen angepflanzt, insbesondere P. alkekengi findet mit ihrem orange leuchtenden Lampion für Trockengestecke Verwendung.
Reife Früchte der Kapstachelbeere (a)
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Quellen
http://www.mpg.de/bilderBerichteDokumente/dokumentation/pressemitteilungen/2005/pressemitteilung200504122/index.html

http://www.obst-gemuese.at/product/pages/physalis

http://www.fruitlife.de/inside.php?in=encyclopedia/physalis-de.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Lampionpflanze
http://www.botanikus.de/?load=/Gift/lampion.html
Fotos

a) Michael w (http://de.wikipedia.org/wiki/Physalis)

b) http://en.wikipedia.org/wiki/Physalis_alkekengi

 

Anne Sauer, Juli 2005


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Konzept und technische Umsetzung: S. von den Berg